Kategorie-Archiv: Allgemein

Zur Geschichte der Evangelischen Kirchengemeinde Kirchherten

Ulrike Siepen-Bleisch hat ihre Arbeit im Archiv der Kirchengemeinde in einem Vortrag zusammengefasst. Er findet statt

am Freitag, dem 13. März 2020,
um 19 Uhr,
Evangelische Kirche in Kirchherten,
Breite Str. 23
50181 Bedburg Kirchherten

„Ich möchte Sie zu einer kleinen Zeitreise mitnehmen durch die Geschichte einer kleinen protestantischen Minderheit im überwiegend katholischen westlichen Grenzbereich Deutschlands seit der Reformation.

Dabei wird es um das Spiel großer Mächte, das Eingreifen bedeutender adliger Persönlichkeiten, wesentlich aber auch um die Glaubensfestigkeit und Opferbereitschaft der ,einfachen Leuteʼ gehen, die sich vor langer Zeit der Reformation angeschlossen haben, wie ihrer Nachfolger, die die Gemeinde über Generationen weiter trugen – durch Jahrhunderte der Illegalität, der unsicheren Duldung oder gar Verfolgung. Sie verstanden sich als „durch Gottes Wort Reformierte“ der Glaubenswahrheit verpflichtet und fühlten sich einer internationalen Gemeinschaft gleich Denkender zugehörig, was ihnen die Stärke und das Selbstbewusstsein verlieh, in der näheren Umgebung manche Ausgrenzungen und Konflikte zu ertragen. Dies gab ihnen auch Widerstandskraft gegen Versuche der staatlichen Machtübernahme über ihre Kirche. An ihrer auf dem Wort Gottes gegründeten, kirchlichen Ordnung hielten sie fest, die zum Vorbild unserer heutigen wurde. Es ist eine Geschichte, die uns zeigt, wie evangelische Christen dieses Landes geworden sind, was sie sind.“

Weltgebetstag 2020

Das Team des Weltgebetstages

Auch wir schließen uns wieder dieser weltweiten ökumenischen Bewegung des Weltgebetstages an und laden herzlich ein zum gemeinsamen Gottesdienst am

6. März 2020
um 19 Uhr
in St. Martinus Kirchherten
Zaunstraße 58, 50181 Bedburg-Kirchherten

Die Weltgebetstagsliturgie 2020 kommt aus Simbabwe, einem kulturell reichen Land mit 16 Amtssprachen und einer beeindruckenden Tier- und Pflanzenwelt.
Problematisch sind die Gewalt und das wirtschaftliche Desaster in diesem Land, bedingt durch die Kolonialgeschichte und die Mugabe-Diktatur, die 2017 endete.
Erfahren Sie mehr über den schwierigen Alltag der Menschen in Simbabwe, insbesondere der Frauen und Mädchen, – aber auch über die Schönheit dieses Landes.
Der Bibeltext „Steh auf und geh!“ von der Heilung des Gelähmten (Joh. 5,2-9a) steht im Mittelpunkt des Gottesdienstes am 6. März 2020.
Unser WGT-Team freut sich auf Ihren Besuch.
Mechthild Oblas und Barbara Peiffer

Barth-Jahr 2019 – Der Störenfried Gottes

Mit seiner 1919 erschienenen Auslegung des biblischen Römerbriefs begann eine neue Epoche der Theologie. Reformierte und lutherische Kirchen erinnern daran 2019 mit einem Karl-Barth-Jahr.

3 Bilder von Karl Barth
Karl Barth

Der Störenfried Gottes

Er stellte sich gegen Adolf Hitler, protestierte gegen die Wiederaufrüstung der Bundesrepublik, warnte vor einer geistlosen Konsum-Gesellschaft. Der streitbare Schweizer Theologe Karl Barth (1886-1968) war jahrzehntelang die mutigste und prägnanteste Stimme des Protestantismus. Am 10. Dezember 1968 starb Barth.
Der „Kirchenvater des 20. Jahrhunderts“, der im Alter von 82 Jahren in seinem Geburtsort Basel starb, war unter anderem Theologieprofessor in Bonn, Göttingen und Münster. Er polarisierte sein Leben lang, vielen galt er als unbequemer Störenfried. In seinen späten Jahren warf man ihm zu wenig Distanz zum Kommunismus vor. Schweizer Politiker gingen auf Abstand.
In vielen Auseinandersetzungen agierte Barth „geradezu draufgängerisch“, schreibt Prof. Dr. Christiane Tietz, Professorin für Systematische Theologie in Zürich, in ihrer in diesem Jahr erschienenen Biografie „Ein Leben im Widerspruch“ über den Schweizer Gelehrten: „Wenn er es für nötig hielt – und das war oft der Fall – legte er sich unerschrocken mit den politisch und kirchlich Mächtigen an.“
Das wohlgeordnete Weltbild von Karl Barth zerbrach zu Beginn des Ersten Weltkriegs. Der Spross einer evangelischen Theologendynastie, geboren am 10. Mai 1886, verzweifelte am Ausbruch des Nationalismus. Vor allem aber wuchs seine Skepsis gegenüber dem damals vorherrschenden Kultur-protestantismus, der die Brücken zwischen Religion und Zeitgeist schlug und zwischen Gott und Mensch vermitteln wollte.

Auslegung des Römerbriefs begründet neue Epoche der Theologie

Mit seiner 1919 erschienenen Auslegung des biblischen Römerbriefs begann eine neue Epoche der Theologie. Reformierte und lutherische Kirchen erinnern daran 2019 mit einem Karl-Barth-Jahr. Der frühe Barth habe den „unendlichen Abstand zwischen Gott und Mensch“ betont und von Gott als dem ganz anderen gesprochen, sagte der Wiener Theologieprofessor Ulrich H. J. Körtner dem Evangelischen Pressedienst (epd). „Gegenüber heutigen Spielarten von Wellness-Religion bleibt diese Botschaft unvermindert aktuell.“

1934 von der Professur in Bonn suspendiert

Kritiker werfen Barth heute vor, den Anschluss an die Moderne verpasst zu haben. „Barths schroffes ‚Nein‘ gegen jede Art von Religion erscheint heute maßlos“, räumte der einstige Grandseigneur des deutschen Protestantismus, Heinz Zahrnt (1915-2003), ein: „Damals aber bedeutete es das energische Halt gegen alle Versuchungen, neben Jesus Christus auch noch andere Offenbarungsquellen anzuerkennen, als da waren Staat, Volk, Führer, Blut und Boden, Rasse und Nation.“
1934 wird Barth von seiner Bonner Professur suspendiert, weil er sich weigert, den Eid auf Adolf Hitler ohne einschränkenden Zusatz zu leisten. Diese Haltung mündete in die „Theologische Erklärung von Barmen“, als deren geistiger Vater Barth gilt. Historiker werten die Thesen, die am 31. Mai 1934 in Wuppertal-Barmen verabschiedet wurden, als moralische Legitimation für den Neuaufbau des deutschen Protestantismus nach dem Zweiten Weltkrieg.

Maßgeblicher Anteil Barths an der Barmer Theologischen Erklärung

In der Barmer Erklärung grenzten sich evangelische Christinnen und Christen von der Ideologie des Nazi-Staates ab. Das zentrale Papier des Kirchenkampfes wurde weltweit auch zum Vorbild für christliche Befreiungsbewegungen in totalitären Staaten. „Der maßgebliche Anteil Karl Barths an der Barmer Theologischen Erklärung ist unbestritten“, bekräftigt der Kirchenhistoriker Prof. Dr. Thomas Martin Schneider (Koblenz).

Die Lieben wiedersehen. Die anderen auch

Wenn er je in den Himmel kommen sollte, soll Barth einmal gesagt haben, werde er sich dort zu-nächst nach Mozart erkundigen. Der einstige Bundespräsident Johannes Rau gab gerne eine andere Anekdote zum Besten. So soll Barth gefragt worden sein: „Herr Professor, werden wir droben unsere Lieben wiedersehen?“ Seine Antwort: „Ja, aber die anderen auch.“
(aus EkiR- News – Archiv 2018 – November 2018)
Wer sich näher mit Karl Barth beschäftigen möchte, dem empfehle ich das Buch von Michael Weinrich: „Karl Barth, Eine Einführung in Leben, Werk und Wirkung Barths“ Göttingen 2019 oder die Broschüre: „Karl Barth Magazin 2019 Gott trifft Mensch“ herausgegeben vom Reformierten Bund in Deutschland.
Pfarrerin Anne Mischnick

Weitere Infos zum Barth-Jahr für Europa:
Karl Barth für die Gemeinde
– Eine europäische Veranstaltungsübersicht
und eine grundlegende Broschüre (28 S. als PDF).